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CO₂-Fußabdruck je Produkt
Emissionen der Erzeugung inklusive Strommix der Elektrolyse – der entscheidende Hebel. Standortpauschalen genügen absehbar nicht; gefragt sind produkt- bzw. chargenbezogene Werte.
Branche · Aluminium
Aluminium gehört zur ersten Prioritätsgruppe des ESPR-Arbeitsplans: Der delegierte Rechtsakt wird für 2027 erwartet, die Pflicht damit ~2028/29. Kaum ein Material hat eine größere CO₂-Spreizung – Elektrolyse mit Kohlestrom oder Wasserkraft, Primär- oder Sekundärmetall entscheidet über den Faktor zehn. Genau diese Daten wollen Automotive, Bau und Verpackung schon heute sehen.
01 — Lage
Der erste ESPR-Arbeitsplan (April 2025) führt Aluminium in der Prioritätsgruppe der Zwischenprodukte – direkt neben Eisen & Stahl. Die Logik: Aluminium ist energieintensiv in der Herstellung, nahezu verlustfrei recycelbar und steckt in Schlüsselbranchen von Automotive über Bau bis Verpackung. Der Digitale Produktpass soll die Unterschiede sichtbar machen, die heute im Datenblatt verschwinden.
Stand Juli 2026: Der delegierte Rechtsakt für Aluminium wird für 2027 erwartet, nach der üblichen Übergangsfrist von ~18 Monaten greift die Pflicht damit frühestens ~2028/29. Die Termine sind indikativ – Stahl hat vorgemacht, dass sich Rechtsakte verschieben. Den laufend aktualisierten Stand finden Sie im DPP-Zeitplan.
Der Markt wartet allerdings nicht auf Brüssel: Automobilhersteller schreiben CO₂-Obergrenzen und Rezyklatquoten bereits in Lastenhefte, Bauherren verlangen EPDs, Verpackungskunden Rezyklatnachweise. Wer heute keine belastbaren Produktdaten liefern kann, verliert Ausschreibungen lange bevor der DPP Pflicht wird.
02 — Anforderungen
Final entscheidet der delegierte Rechtsakt – aus ESPR, Arbeitsplan und den Anforderungen großer Abnehmer zeichnen sich diese Kategorien ab:
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Emissionen der Erzeugung inklusive Strommix der Elektrolyse – der entscheidende Hebel. Standortpauschalen genügen absehbar nicht; gefragt sind produkt- bzw. chargenbezogene Werte.
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Anteil Sekundäraluminium (Pre- und Post-Consumer getrennt betrachtet) – die Kennzahl, die Verpackungs- und Automotive-Kunden heute schon vertraglich fordern.
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Legierung und Zusammensetzung je Charge – Voraussetzung für sortenreines Recycling und die Werkstofffreigaben der Abnehmer.
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Nachvollziehbarkeit über Hütte, Umschmelzer und Halbzeugstufe – importiertes Vormaterial muss dieselben Daten mitbringen wie EU-Ware.
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Eindeutige Kennung nach EN 18219, maschinenlesbare Datenformate und Registrierung im EU-DPP-Register – Details siehe DPP-Standards.
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Angaben zu Recyclingfähigkeit und Verwertungswegen – bei einem Material, das beliebig oft im Kreislauf geführt werden kann, ein naheliegender Passinhalt.
In der Aluminiumkette ist der Kunde meist schneller als der Gesetzgeber. Wir zeigen Ihnen in einem kurzen Gespräch, wie Sie Kundenabfragen und kommende DPP-Pflicht mit einem Datenmodell bedienen.
03 — Vorgehen
Portfolio und Kundenstruktur analysieren: Welche Produkte fallen unter den erwarteten Rechtsakt, welche Datenanforderungen kommen unabhängig davon aus Automotive, Bau und Verpackung?
CO₂-, Energie-, Schmelz- und Analysedaten inventarisieren – von Energiemanagement und Schmelzprotokollen über LIMS bis ERP. Kernfrage: Wie kommt der Strommix in die Produktrechnung?
Sekundäranteile belastbar und auditierbar erfassen: Einsatzmaterial-Buchhaltung, Pre-/Post-Consumer-Trennung, Umgang mit Massenbilanz-Ansätzen.
DPP-Datenmodell je Legierung/Charge, Anbindung an ERP und Qualitätssysteme, Kennungskonzept nach EN 18219, Export für Kundenportale und EU-Register.
Ein reales Produkt – z. B. ein Coil, Profil oder Gussteil – mit vollständigem CO₂- und Rezyklatdatensatz als Blaupause und als Verkaufsargument im nächsten Audit.
04 — FAQ
Der delegierte Rechtsakt wird für 2027 erwartet; mit der üblichen Übergangsfrist von ~18 Monaten greift die Pflicht frühestens ~2028/29. Diese Termine sind indikativ und können sich verschieben – fix sind bislang nur Batteriepass (18.02.2027) und EU-DPP-Register (Frist: 19.07.2026). Faktisch setzen große Abnehmer ihre Datenanforderungen aber schon heute durch.
Sie brauchen beides: die Vorkettendaten Ihrer Lieferanten (Hütte, Umschmelzer) und die Emissionen Ihrer eigenen Verarbeitungsstufe. Der DPP macht Sie zum Bindeglied – Sie übernehmen Passdaten des Vormaterials und reichern sie um Ihre Prozessdaten an. Ohne strukturierte Lieferantendaten funktioniert das nicht.
Absehbar nicht dauerhaft. Kundenlastenhefte verlangen zunehmend produktbezogene Werte, und der Rechtsakt wird Berechnungsregeln vorgeben. Wir empfehlen, die Datenerfassung so aufzubauen, dass sich Werte je Legierung und Charge ableiten lassen – Durchschnittswerte sind dann ein Spezialfall, kein Systembruch.
Als Datenbasis: sehr gut. Als DPP: nein. EPDs sind Dokumente, der Produktpass ist ein maschinenlesbarer Datensatz mit genormter Kennung, Registerpflicht und abgestuften Zugriffsrechten. Die Inhalte aus EPD- und Zertifizierungsprozessen fließen aber direkt ins DPP-Datenmodell ein – die Vorarbeit lohnt sich doppelt.
Ihres, sobald Sie das Produkt in der EU in Verkehr bringen. Der Pass fragt nicht, wo die Elektrolyse stand – die Daten müssen mitkommen. Je früher Datenanforderungen in Einkaufsverträge und Lieferantenbewertungen einziehen, desto geringer das Risiko, dass günstiges Vormaterial später zum Marktzugangsproblem wird.
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Erzählen Sie uns kurz, was Sie herstellen und wer Ihre Abnehmer sind – Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung, welche Daten Sie zuerst brauchen und wie weit Ihre Systeme heute tragen.
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