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Branche · Automotive & Zulieferer

Der Produktpass im Automotive-Sektor: eine Branche, mehrere Fronten.

Kein anderer Sektor wird vom DPP so vielfach getroffen: Batteriepass ab 18.02.2027 (fix), Eisen & Stahl (Rechtsakt erwartet 2026), Reifen und Aluminium (erwartet 2027) – dazu kommt die neue EU-Altfahrzeug-Verordnung mit Kreislaufwirtschafts-Anforderungen und „Circularity Vehicle Passport“ – Trilog-Einigung Ende 2025, formale Annahme steht aus. Die OEMs reichen diese Datenanforderungen bereits heute an ihre Zulieferer weiter. Wer Tier 1 bis 3 liefert, sollte antwortfähig sein.

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  • 18.02.2027Batteriepass für EV-Batterien Pflicht (fix)
  • 2026Rechtsakt Eisen & Stahl erwartet
  • 2027Rechtsakte Reifen & Aluminium erwartet
  • Trilog-EinigungNeue EU-Altfahrzeug-VO: Einigung Ende 2025, Annahme steht aus

01 — Lage

Warum Automotive gleich mehrfach betroffen ist.

Der Digitale Produktpass erreicht die Automobilindustrie nicht als ein Gesetz, sondern als Bündel: Der Batteriepass für Traktions-/EV-Batterien ist ab 18.02.2027 Pflicht – der erste harte DPP-Termin überhaupt. Parallel laufen die ESPR-Produktgruppen Eisen & Stahl (Rechtsakt erwartet 2026), Reifen (erwartet 2027) und Aluminium (erwartet 2027) – die Kernmaterialien und -komponenten jedes Fahrzeugs. Zusätzlich kommt die neue EU-Altfahrzeug-Verordnung: Im Trilog wurde Ende 2025 eine Einigung erzielt (inkl. „Circularity Vehicle Passport“ und Rezyklatquoten für Kunststoffe), die formale Annahme steht noch aus – die Richtung ist damit klar: Rezyklatanteile und Demontagefähigkeit werden zum Fahrzeugthema.

Für Zulieferer bedeutet das: Die Betroffenheit kommt oft nicht direkt aus Brüssel, sondern aus dem Lastenheft. OEMs müssen Pass- und Kreislaufdaten liefern können und reichen die Anforderungen kaskadenartig an Tier 1 bis Tier 3 weiter – CO₂-Daten, Materialzusammensetzung, Rezyklatanteile, besorgniserregende Stoffe. Mit Catena-X existiert bereits ein Datenökosystem der Branche für den standardisierten Austausch solcher Lieferkettendaten.

Wer heute Anfragen nach Product Carbon Footprints und Materialdaten manuell in Excel beantwortet, wird die kommende Taktung nicht halten. Alle Termine im DPP-Zeitplan.

02 — Fronten

Die vier DPP-Fronten für Zulieferer.

Je nach Produktportfolio treffen Sie eine oder mehrere dieser Regelungslinien – häufig zeitversetzt und mit überlappenden Datenanforderungen:

01

Batteriepass (fix ab 18.02.2027)

EV-/Traktionsbatterien, LMT- und Industriebatterien > 2 kWh brauchen einen Pass mit CO₂-Fußabdruck, Rohstoffherkunft, chemischer Zusammensetzung und Rezyklatanteilen. Zell-, Modul- und Packlieferanten stecken mitten in der Datenkette.

02

Stahl & Aluminium (erwartet 2026/2027)

Die Werkstoff-Pässe treffen Gießereien, Umformer und Komponentenhersteller als Vorproduktdaten: Schmelzroute, CO₂-Intensität, Rezyklatanteil – Angaben, die OEMs ohnehin zunehmend im Lastenheft fordern.

03

Reifen (erwartet 2027)

Reifenhersteller und der Aftermarket bekommen eine eigene ESPR-Produktgruppe – mit Abrieb-, Haltbarkeits- und Materialdaten über das heutige EU-Reifenlabel hinaus.

04

Altfahrzeug-Verordnung (Einigung Ende 2025)

Die kommende Verordnung verknüpft Fahrzeugdesign mit Kreislaufwirtschaft: Rezyklatquoten für Kunststoffe, Circularity Vehicle Passport, Demontage-Informationen. Formale Annahme steht aus – die Datenanforderungen an Zulieferer zeichnen sich bereits klar ab.

Wie schnell könnten Sie heute eine OEM-Anfrage nach CO₂- und Materialdaten je Teil beantworten?

Wenn die Antwort „mit einigen Wochen Excel-Arbeit" lautet, sind Sie nicht allein – aber genau das wird zum Wettbewerbsfaktor. Wir zeigen Ihnen in einem kurzen Gespräch, wie Zulieferer antwortfähig werden.

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03 — Vorgehen

Zulieferer-Readiness in fünf Schritten.

  1. 1

    Betroffenheits-Check

    Teileportfolio gegen Batteriepass, Stahl-/Aluminium-/Reifen-Rechtsakte und OEM-Lastenhefte mappen: Welche Front trifft Sie wann – direkt oder über Kundenanforderungen?

  2. 2

    Datenaudit Teilebene

    Material-, Prozess- und CO₂-Daten je Teilenummer inventarisieren – über ERP, MES, IMDS-Meldungen und Lieferantendaten hinweg. Wo ist Teilebezug vorhanden, wo nur Werksdurchschnitt?

  3. 3

    Lieferketten-Kaskade

    Datenanforderungen strukturiert an Ihre eigenen Vorlieferanten weiterreichen – Templates, vertragliche Verankerung, priorisiert nach Umsatz und Kundendruck.

  4. 4

    Datenmodell & Schnittstellen

    DPP-fähiges Datenmodell je Produktfamilie, Kennungslogik (Charge/Serie), Anbindung an ERP/PLM – und Anschlussfähigkeit an Austauschstandards wie Catena-X, wo Ihre Kunden das verlangen.

  5. 5

    Pilot & Antwortprozess

    Ein reales Teil als Pilot-Datensatz plus definierter Prozess für Kundenanfragen – damit die nächste OEM-Abfrage Tage statt Wochen kostet.

04 — FAQ

Häufige Fragen von Automotive-Zulieferern.

Welche DPP-Termine sind für Automotive fix – und welche nicht?

Fix ist der Batteriepass ab 18.02.2027 für Traktions-/EV-Batterien, LMT-Batterien und Industriebatterien über 2 kWh. Erwartet, aber noch nicht beschlossen: die delegierten Rechtsakte für Eisen & Stahl (2026) sowie Reifen und Aluminium (2027). Für die neue EU-Altfahrzeug-Verordnung gibt es seit Ende 2025 eine Trilog-Einigung; formale Annahme und konkrete Fristen stehen aus – hier nennen wir bewusst noch kein Datum.

Wir stellen keine Batterien her – betrifft uns der DPP trotzdem?

Sehr wahrscheinlich ja. Erstens über die Werkstoff-Pässe: Wer Stahl- oder Aluminiumkomponenten liefert, bekommt Vorproduktdaten und Weitergabepflichten in die Kette. Zweitens über die OEM-Kaskade: Datenanforderungen zu CO₂, Material und Rezyklat landen unabhängig vom Rechtsakt im Lastenheft.

Reicht IMDS nicht schon als Materialdatenbasis?

IMDS ist eine wertvolle Grundlage für Materialzusammensetzung und Stoffverbote, deckt aber nicht ab, was DPP-Regelwerke zusätzlich verlangen: CO₂-Fußabdruck, Rezyklatanteile, Herkunftsdaten, maschinenlesbare Pässe mit genormter Kennung. Vorhandene IMDS-Daten fließen ins DPP-Datenmodell ein – sie sind ein Startpunkt, kein Endzustand.

Müssen wir bei Catena-X mitmachen?

Es gibt keine gesetzliche Pflicht – Catena-X ist ein Branchenansatz für den standardisierten Austausch von Lieferkettendaten. Ob eine Teilnahme sinnvoll ist, hängt von Ihren Kunden ab: Fordern Ihre OEMs oder Tier-1-Kunden Daten über Catena-X an, brauchen Sie Anschlussfähigkeit. Die eigentliche Arbeit – saubere Daten je Teil – bleibt in jedem Fall bei Ihnen.

Was sollten wir als Tier-2/3-Zulieferer jetzt konkret tun?

Drei Dinge: (1) Kundenanforderungen und Rechtsakte auf Ihr Teilespektrum mappen, (2) Material- und CO₂-Daten je Teilenummer aufbauen statt je Werk, (3) einen wiederholbaren Antwortprozess für Datenanfragen etablieren. Wer liefern kann, wenn der Kunde fragt, verteidigt seinen Platz auf dem Lieferantenpanel.

Kontakt

Die OEM-Kaskade wartet nicht auf Rechtsakte – Antwortfähigkeit zählt jetzt.

Erzählen Sie uns kurz, was Sie liefern und welche Datenanfragen Ihre Kunden bereits stellen – Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung, wo Sie stehen und was zuerst dran ist.

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