Zwischenprodukte. Stahl und Aluminium sind keine Endprodukte, stehen aber ganz vorn im Arbeitsplan. Die Logik: Wer das Vorprodukt sauber dokumentiert, liefert die Datenbasis für alle nachgelagerten Pässe – vom Möbelbeschlag bis zur Karosserie. Die Anforderungen wandern die Lieferkette hinauf. Das betrifft perspektivisch auch Chemie und Kunststoffe: Polymere, Additive und Rezyklate sind die Inputs fast aller priorisierten Produktgruppen, und ohne Materialdaten aus dieser Stufe bleibt jeder nachgelagerte Pass unvollständig.
Ersatzteile. Ob Ersatz- und Zubehörteile einen eigenen Pass brauchen, regelt der jeweilige delegierte Rechtsakt. Absehbar ist: Sicherheits- und umweltrelevante Komponenten (etwa Akkus in Elektronikprodukten) werden eher erfasst als Schrauben. Bis dahin gilt: Ersatzteile für Produkte, die vor der jeweiligen Pflicht in Verkehr gebracht wurden, lösen keine rückwirkende Passpflicht aus.
Gebraucht & refurbished. Die Pflicht knüpft an das erstmalige Inverkehrbringen in der EU. Gebrauchtware, die bereits im Markt ist, braucht nachträglich keinen Pass. Aufgepasst bei Aufbereitung: Wer ein Produkt so wesentlich verändert, dass es rechtlich als neues Produkt gilt, bringt es neu in Verkehr – dann inklusive Passpflicht. Für Refurbisher ist der DPP zugleich eine Chance: Reparatur- und Demontagedaten aus dem Pass machen Aufbereitung planbarer.
Nicht-EU-Hersteller. Die Passpflicht folgt dem Marktzugang, nicht dem Produktionsstandort. Ein Hersteller in China, Indien oder den USA, dessen Produkte in der EU verkauft werden, braucht den Pass genauso – in der Praxis verlagert sich die Pflicht auf den EU-Importeur oder Bevollmächtigten, der die Daten vom Hersteller einsammeln muss. Genau daran scheitern Lieferketten am häufigsten: nicht an der Technik, sondern an fehlenden Daten aus Fernost. Wie Sie diese Lücken systematisch schließen, zeigt unser Datenmanagement-Ansatz.
Fahrzeuge. Komplettfahrzeuge regelt die EU über eigene Rechtsakte, unter anderem die geplante Altfahrzeug-Verordnung mit einem eigenen Fahrzeug-Umweltpass. Die Zulieferkette der Automobilindustrie ist über Batterien, Reifen und Stahl aber schon jetzt mehrfach im DPP-Regime – wer OEMs beliefert, sollte die Betroffenheit nicht am Endprodukt Fahrzeug festmachen.